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Wie ich BSO züchte?

Da ich immer wieder gefragt werde, wie ich meine BSO züchte, möchte ich an dieser Stelle einmal meine langjährigen Erfahrungen in der Zucht zusammenfassen.

Bei der Zucht der Brahma gelten immer die „drei F“ (Form, Feder, Farbe)!

An 1. Stelle steht immer die Form, also ein so genanntes typhaftes Tier, das heißt große Standhöhe (keine Bodendecker, sondern mittellange Schenkel), überbautes Auge („böser Blick“), Hengstnacken, Kehlwamme! Das alles sind Attribute die für mich Brahmas kennzeichnen.  

An 2. Stelle die Feder, das heißt keine Flügellücke, Drehfeder, Doppelfeder etc.

An 3. Stelle kommt dann die Farbe, denn was nutzt mir die bestgezeichnete Henne, wenn sie ansonsten grobe Fehler zeigt, welche sogar erblich sein können.

Zur Form gehört auch die volle Brust. Aber Vorsicht! Hat der Hahn vorne zu viel Masse, dann wird er unter Umständen voll ausgereift, schlecht befruchten. Ein Brahma legt ja noch im 2. Jahr mächtig zu und muss das Gewicht der Brust nach hinten bringen, soll er die Kloake der Henne finden. Da er der Eigenmasse wegen dafür „richtig“ zupacken muss, ist das einer der Gründe warum er oft der Henne an der Karkasse Verletzungen zufügt. Volle Brust? Ja! Aber keine Breitbrust-Hähnchen, sonst müssen wir auf Althähne in der Zucht verzichten, denn schon jetzt ist eine schlechte Befruchtung durch die Althähne nicht deren Spermienbildung, sondern ….siehe oben. In den Mastbetrieben ist bei Puten und Hühnern aus diesem Grund die künstliche Befruchtung dafür vorgesehen.

Ich halte die Standhöhe für ein ganz wichtiges Attribut für den Brahmahahn. Es gibt keine „Riesenbrahma“!! Es gibt nur Brahma! Wie diese sein sollten, steht im Standard und NUR im Standard.

Doch nun zu meinen persönlichen Erfahrungen mit den BSO

Ich startete mit einem Splashhahn aus Blaureb., der keine schwarzen Federn hatte, sondern nur Blau in der Zeichnung (der Hahn vererbt die Farbe, d. h. also auch die Verdünnung). Den verpaarte ich mit Silberfarbigen Hennen. Es fielen u. a. Splash Hennen mit schwacher chremefarbiger Zeichnung, sowie Hähne Chremeweiß mit Flügeldeckenzeichnung, aber mit weißen Köpfen, Silberfarbig gebänderte Tiere mit „Messing“ im Rücken, bzw. auch Silberfarbige Hähne mit Orangerücken als Fehlfarben. Das Wichtigste dabei waren aber BSO-Hähne und Blausilberfarbige Hennen. Wichtig für meine Weiterzucht waren bei den Hähnen NUR die Splash-Tiere. Zur Erinnerung – der Hahn hat das Farb- Chromosom doppelt!! Es ging in meiner Zucht weiter um die Verdünnung. Alle anderen Hähne habe ich am Anfang nicht mit in die Zucht genommen aber ALLE Hennen. Später habe ich in größeren Abständen mal einen Splash aus Blaureb mit in die Zucht genommen, wegen dem Orangerücken. Nun werden alle „superklugen Züchter“ aufstöhnen – „AHA, also doch nicht reinerbig!“ Natürlich nicht! Blau ist eine Verdünnung, genau wie bei Blaureb, also SPALTERBIG! Aber BSO ist genau so unkompliziert wie Blaureb, man muss sich nur an die einfachste Erbregel halten. Alles andere ist für mich nur „Gerede“!

Wer BSO züchten möchte braucht eben einen etwas längeren Atem, eventuell auch gute Züchterkontakte, sogar bis ins Ausland. WARUM? Aber dazu komme ich gleich!

Vor mehreren Jahren konnte ich mich in Dortmund und in Belgien auf den dort stattfindenden Schauen lange mit dem Aussteller Herrn Grythers aus Kevelar unterhalten. Zur Erinnerung: Er hat die Schwarzen, die Blauen und auch die BSO gegen viele Widerstände zur Anerkennung gebracht. Da ließen sich für mich gute Infos zur Zucht aufnehmen. Aus Belgien hatte ich mir eine Henne in Splash und eine in Silber (aus Blausilber) mitgebracht. Später besorgte ich mir nochmals aus Belgien und Holland 2 Hennen in Blausilber. In Belgien und Holland sind Blausilberne (ohne Orangerücken) anerkannt und sehr gut durchgezüchtet. Als Anmerkung dazu: Bei den silberfarbig gebänderten Tieren ist Braun rezessiv vorhanden, ebenso immer bei den Blausilbernen.

Ich weiß, dass es derweil Züchter gibt, die eine grundsätzlich andere Meinung zur Zucht der BSO haben. Denen steht es natürlich frei, ihre eigenen Zuchtwege zu finden. Ich jedoch habe diesen Weg gewählt. Auf den hier beigefügten Bildern könnt ihr euch selbst über die Qualität meiner Tiere ein Urteil bilden.

Von einem „Zuchtweg“ würde ich jedoch absolut abraten: Ihr wisst ja, wenn man seine Zucht verderben möchte, muss man nur eine fremde Rasse einkreuzen und DAS Typische und Markante verschwindet damit aus der Genetik unserer Brahma. Standhöhne, Gewicht, überbautes Auge (böser Blick), Hengstnacken sind damit verschwunden. Dann feiert man noch das Fehlen der asiatischen Gefiederbremse und hat dafür eine flotte, geschlossene Befiederung der Hähne. Es zeigen sich schöne, elegante und vor allem leichte Hähne. (Ironie lässt grüßen!) Sind das dann noch kämpferartige Halbasiaten?

Das waren einige Einblicke dazu, wie ich BSO züchte.

In diesem Sinne allen die sich daran versuchen möchten und einen langen Atem mitbringen, ein „Gut Zucht“!

 

Grüße von Kurt

 

 

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